Texte Wien ist vorn
„Wenn es um Offenheit und Engagement in kulturellen Dingen geht, hat Wien ganz gewiß die Nase vorn. Der Beweis: Wien ist die erste Stadt weltweit, die zwei Straßen nach zeitgenössischen bildenden Künstlerinnen umbenannt hat!
Beide Straßen befinden sich im dritten Wiener Gemeindebezirk im Herzen der Stadt und grenzen fast aneinander. Umso leichter wird es, die Umbenennung der beiden Straßen in einem für Mitte Juli anberaumten Straßenfest gemeinsam zu begehen.
Dank dem unermüdlichem Einsatz der Leiter des Referats Bildende Kunst und zahlreichen Interventionen durch die Beamten des Ministeriums für Kunst und Kultur, zeigte sich die Namenskommission schließlich überzeugt. Bei den strengen Richtlinien für eine Umbenennung werden ausnahmsweise beide Augen zugedrückt und das schier unmögliche möglich gemacht: Ist es doch vom Bedingung, die Namenskandidaten müssten mindestens zwei Jahre verstorben sein, so sind die beiden Künstlerinnen noch unter uns und erfreuen sich bester Gesundheit.
Freilich müssen die Straßen nicht völlig neu benannt werden, sondern ihr Name wurde nur ergänzt durch die jeweiligen Vornamen :
Die Baum-Gasse verlor ihren Bezug zur Botanik und bekam den vollen Namen Judith Baumgassse und aus der Rasumofsky-Gasse wurde , in neuer, moderner Schreibweise, die Katharina Razumovsky-Gasse. Auch hier steht der Bezug zum ursprünglichen Namensgeber, einem russischen Diplomaten zur Zeit des Wiener Kongresses, übrigens eine entfernter Ve...